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Bayern: Masken/PSA-Dokumente

Bayern — Quelleneinträge

Wappen Bayern

Landeshauptstadt: München

Regierung 2020 (Zeitpunkt Maskenbeschaffung): CSU + Freie Wähler unter Ministerpräsident Markus Söder (CSU)

Regierung heute (Recherchestand 10.09.2026): CSU + Freie Wähler unter Ministerpräsident Markus Söder (CSU), unverändert

Bayern steht wegen des sogenannten EMIX-Beschaffungsskandals besonders im Fokus: Ein eigener Untersuchungsausschuss „Maske“ des Bayerischen Landtags legte 2026 einen 723-seitigen Schlussbericht vor. Während die Ausschussmehrheit die Beschaffung als rechtmäßig bewertete, kritisierten Minderheitenberichte von Grünen/SPD/FDP sowie der AfD politische Kontakte, Preise und die Durchsetzung von Ansprüchen. Ergänzend stellte der Bayerische Verfassungsgerichtshof 2026 eine teilweise Verletzung des parlamentarischen Fragerechts fest.

BY-01

Verbringung von Schutzausrüstung für Mediziner durch Bund und Länder ins Ausland bei gleichzeitiger Verknappung im Inland
Dokumenttyp: Schriftliche Anfrage mit Antwort
Drucksache(n): 18/8170
Anfragedatum: 05.04.2020
Antwortdatum: 29.05.2020
Veröffentlichung: 19.06.2020
Fragesteller: Franz Bergmüller, Andreas Winhart, Christian Klingen und Gerd Mannes; AfD
Zuständigkeit: Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, im Einvernehmen mit dem Staatsministerium für Gesundheit und Pflege
Kernaussage

Die Antwort ordnet den Influenzapandemieplan von 2006 ein. Eine zentrale Beschaffung und Lagerung von PSA werde geprüft. Für 2006 im Zusammenhang mit H5N1 beschaffte PSA seien wegen der Aufbewahrungsfristen keine Bestandsverzeichnisse mehr vorhanden; die Ware sei nach Ablauf der Haltbarkeit vernichtet worden.

Relevanz

Konkreter Einstieg in Vorsorge vor 2020, Aufbewahrungsfristen und fehlende historische Bestandsdaten.

Fundstelle

S. 5-8, insbesondere Antworten 2.2 und 3.3

Schlagwörter

Bevorratung vor 2020; Pandemieplan; Akten; Entsorgung

Einordnung

Die zugespitzte Chronologie im Fragetext ist nicht als Feststellung der Staatsregierung zu lesen. Aussagen zu Masken für die allgemeine Bevölkerung und zu beruflicher PSA müssen getrennt werden.

Amtliche Originalquelle geprüft · Recherchestand 2026-09-10
BY-02

Hintergründe des EMIX-Beschaffungsskandals in Bayern
Dokumenttyp: Anfrage zum Plenum mit Antwort
Drucksache(n): 18/13025, Frage 50
Anfragedatum: 25.01.2021
Antwortdatum: Kein gesondertes Datum im Antwortblock; zur Plenarsitzung 27.01.2021
Veröffentlichung: Sammeldrucksache datiert 25.01.2021
Fragesteller: Florian von Brunn; SPD
Zuständigkeit: Staatsministerium für Gesundheit und Pflege
Kernaussage

Die Antwort nennt für Anfang März 2020 von EMIX beschaffte FFP2/KN95-Masken einen Stückpreis von 8,90 Euro und für Schutzanzüge 18,90 Euro. Sie beschreibt eine Maklerverbindung über die Geschäftsführerin der Firma pfennigturm. Vergleichbare Artikel seien im gleichen Zeitraum nicht beschafft worden.

Relevanz

Früher parlamentarischer Beleg für EMIX-Preise, Kontaktvermittlung und die Regierungsbegründung des Einkaufs.

Fundstelle

Gedruckte S. 70; PDF-Seite 76

Schlagwörter

EMIX; Preise; Vermittlung; Verantwortung

Einordnung

Im Antwortblock ist die Umsatzsteuerbasis der Stückpreise nicht ausdrücklich bezeichnet. Die Bewertung als damals realistisch ist die Position der Staatsregierung; sie wird hier nicht als unabhängige Marktprüfung übernommen.

Amtliche Originalquelle geprüft · Recherchestand 2026-09-10
BY-03

Beschaffung von Masken im Rahmen der COVID-19-Pandemie
Dokumenttyp: Schriftliche Anfrage mit Antwort und Anlagen
Drucksache(n): 18/17549
Anfragedatum: 12.03.2021
Antwortdatum: 29.07.2021
Veröffentlichung: 31.08.2021
Fragesteller: Horst Arnold; SPD
Zuständigkeit: Staatsministerium für Gesundheit und Pflege; Beschaffungswesen von StMGP und LGL
Kernaussage

Die Antwort bündelt Beschaffungsabläufe, Qualitätsanforderungen und politische Kontakte. Anlage 1 enthält den im Gesundheitsausschuss am 04.05.2021 vorgestellten Beschaffungsbericht. Anlage 3 führt Politiker und weitergeleitete Angebote auf, unter anderem Monika Hohlmeier und Melanie Huml bei EMIX sowie Alfred Sauter bei Lomotex.

Relevanz

Verknüpft Angebote und beteiligte Stellen mit dem behördlichen Beschaffungsverfahren.

Fundstelle

Antwort S. 3-7 sowie Anlagen 1-3

Schlagwörter

EMIX; Lomotex; Kontakte; Qualitätsprüfung; Lieferanten

Einordnung

Die Nennung eines weitergeleiteten Angebots beweist weder einen Vertragsabschluss noch eine Provision. Der Gegenstand umfasst PSA insgesamt, nicht nur Masken.

Amtliche Originalquelle geprüft · Recherchestand 2026-09-10
BY-04

Untersuchungsausschuss „Maske“ – Schlussbericht
Dokumenttyp: Schlussbericht eines Untersuchungsausschusses
Drucksache(n): 18/28880; Einsetzung 18/19471; Ausgangsantrag 18/18474
Anfragedatum: Einsetzungsantrag 15.10.2021; Beschluss 08.12.2021
Antwortdatum: Nicht anwendbar; Schlussbericht beschlossen 08.05.2023
Veröffentlichung: 16.05.2023
Fragesteller: Untersuchungsausschuss; Einsetzungsinitiative GRÜNE, SPD und FDP
Zuständigkeit: Bayerischer Landtag; untersuchte Staatsministerien, Staatskanzlei und nachgeordnete Stellen
Kernaussage

Der 723-seitige Bericht dokumentiert Untersuchungsauftrag, Akten, Zeugen und Beschaffungsvorgänge. Die Ausschussmehrheit bewertet die Beschaffung als rechtmäßig und hält den frühen EMIX-Kauf für notwendig. Der gemeinsame Minderheitenbericht von GRÜNEN, SPD und FDP kritisiert politische Zugänge, Preise und die Durchsetzung von Ansprüchen. Ein weiterer Minderheitenbericht stammt von Gerd Mannes (AfD).

Relevanz

Zentrale Materialsammlung zu EMIX, Lomotex, Vermittlern, Provisionen, Qualitätskontrolle und politischer Verantwortung; erlaubt die Rückverfolgung zu Akten- und Zeugenbelegen.

Fundstelle

Verfahren S. 4-57; Feststellungen S. 58-405; Bewertung S. 406-433; Minderheitenberichte ab S. 540 und 596

Schlagwörter

Untersuchungsausschuss; EMIX; Provisionen; Vergabe; Verantwortung

Einordnung

Mehrheits- und Minderheitsbewertungen sind getrennte parlamentarische Positionen. Der Bericht ersetzt weder eine gerichtliche Entscheidung noch den Nachweis eines individuellen strafrechtlichen Vorwurfs.

Amtliche Originalquelle geprüft · Recherchestand 2026-09-10
BY-05

Parlamentarisches Fragerecht bei Maskeneinkäufen
Dokumenttyp: Gerichtliche Entscheidung mit Wiedergabe parlamentarischer Unterlagen
Drucksache(n): Vf. 38-IVa-21; Bezug: LT-Drs. 18/14909 S. 62
Anfragedatum: 22.03.2021; Plenarsitzungen 23.-25.03.2021
Antwortdatum: Ergänzendes Antwortschreiben 30.03.2021; ursprünglicher Antworttag nicht separat ausgewiesen
Veröffentlichung: Entscheidung 21.01.2026
Fragesteller: Florian von Brunn; SPD (parlamentarische Ausgangsanfrage)
Zuständigkeit: Bayerischer Verfassungsgerichtshof; Auskunftspflicht der Staatsregierung/Staatsministerium für Gesundheit und Pflege
Kernaussage

Der Verfassungsgerichtshof stellt eine teilweise Verletzung des parlamentarischen Fragerechts fest: betroffen sind Auskünfte zur Prüfung der Schutzwirkung bei Aesculap Kontor und zum Informationsstand von Regierungsmitgliedern bei EMIX, Aesculap Kontor und Lomotex, mit Ausnahme der bereits mitgeteilten Information Humls. Im Übrigen wird der Antrag abgewiesen.

Relevanz

Aktueller Beleg von 2026 für Grenzen unzureichend begründeter Auskunftsverweigerung.

Fundstelle

Tenor S. 2-3; Ausgangsanfragen und Antworten in den Gründen; Rn. 88 ff.

Schlagwörter

Auskunftsrecht; EMIX; Aesculap; Lomotex; 2026

Einordnung

Ergänzende Gerichtsquelle, keine neue Landtagsdrucksache. Festgestellt wird eine Verletzung des Informationsrechts, keine strafrechtliche Schuld bei den Einkäufen.

Amtliche Originalquelle geprüft · Recherchestand 2026-09-10
Diese und die weiteren auf dieser Seite gesammelten Dokumente sollen helfen, die noch offenen Fragen zur Maskenbeschaffung nachvollziehbar zu machen. Sie sind Teil der Grundlage für die Forderung nach einer vollständigen parlamentarischen Aufklärung auf Bundesebene.

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